roadtrip
BALKAN
Revisited – 2026
Roadtrip
Kontraste
Van
TEIL 3
MAI 2026
Brijuni – Insel Pag (Kroatien)
Una Nationalpark – Ostrožac (Bosnien)
Der Balkan und ich hatten noch eine Rechnung offen. Diese sollte nun zumindest zum Teil beglichen werden. Machen wir uns auf, auf eine Tour der Gegensätze – zwischen Winter, Wüste und Wassermassen.
EISRIESENWELT WERFEN
47.497° N, 13.194° O
Der Weg Richtung Balkan führt kurz vor Bischofshofen an der sogenannten EISRIESENWELT vorbei – Mit einer Gesamtlänge von 42 km die weltweit größte Eishöhle und ein perfekter Stopp, um sich vor den auch im Mai bereits sehr warmen Süden ein letztes Mal abzukühlen … also geht es zunächst erst einmal auf relativ dickes Eis.
Brijuni
44° 55′ N, 13° 46′ O
Was verbindet Robert Koch und den jugoslawischen Staatschef Tito miteinander? Der eine forschte auf dieser vor Istrien liegenden Insel intensiv an Ursprüngen und Behandlung von Malaria, der andere machte sie zu seinem Vorzeige-Residenz, wo er sich strahlend mit hochrangigen Staatsgästen und Hollywoodstars zeigte. Aber bereits vor dem ersten Weltkrieg entwickelte sich hier ein modischer Kurort und Treffpunkt der Elite. Es gab botanische Anlagen, Aromatherapien, den damals größten Golfplatz Europas, Regatten und durch Carl Hagenbeck wurde gar ein Zoo angelegt. 1972 wurde als Geschenk der damaligen indischen Premierministerin Indira Gandhi an Tito sogar zwei Elefanten auf die Insel gebracht – die Ruinen der Zooanlagen und das seit 2010 allein lebende Elefantenweibchen hinterlassen allerdings eine eher bedrückende Stimmung. [ mehr Infos dazu auf WIKIPEDIA ]
Pag
44° 29′ N, 14° 57′ O
Die mit 284 km2 fünftgrößte Adriainsel zeichnet sich insbesondere durch großflächige Kalksteinflächen aus. In dieser an vielen Stellen unwirtlichen wirkenden Landschaft bilden Steineichen, Pinien, Olivenbäume und sogar Bambus den Großteil der örtlichen Flora. Auch Salbei und Thymian wachsen nahezu überall.
Life on Mars Trail
Eine Landschaft, wie sie karger kaum sein könnte. Obwohl zu einem Großteil direkt an der Küste verlaufend, ist hier kaum Vegetation zu finden und man fühlt sich wirklich ein wenig wie auf dem Mars. Für den Hochsommer wird diese Wanderung tatsächlich auch eher nicht empfohlen.
Beim Anblick diverser im Gelände verteilter Schafskadaver wurde uns dann aber doch etwas mulmig. Wir waren scheinbar die Einzigen „Überlebenden“ auf der Strecke, die geplante Route war hinfällig, der Rest volles Vertrauen in Kondition und Trittsicherheit. Wasser hatten wir glücklicherweise genug dabei, es blieb auch noch ausreichend Zeit … und das Beste: wir hatten Mai, nicht August°C.
Festung Fortica
Von der Brücke aus über die man die Insel Pag Richtung Süden verlässt, kann man einen wunderbaren Blick auf die Ruine der aus dem 17. Jahrhundert stammenden Festung Fortica werfen. Man sollte dann auch direkt wenden und die schmale Straße zur Burg herunter fahren, um sich diesen besonderen Ort nicht entgehen zu lassen.
Kudin Most na Krupi
44.188°, 15.845°
Dieses kroatische Kulturdenkmal liegt weit abseits der Hauptstraße und ist nur durch einen fordernden Fußmarsch zu erreichen.
Die „Kudin-Brücke über die Krupa“ verfügt über 12 steinernde Bögen auf einer Länge von 109 Metern und gilt als älteste Brücke über den Fluss Krupa. Sie verläuft nahe der Kante zum Wasserfall, wobei sich ihre Form harmonisch in die Umgebung einfügt. Mit ihrem knapp einem Meter Höhe wird sie bei Hochwasser überschwemmt. Auch muss sie regelmäßig gereinigt werden, damit sie nicht verschlammt oder zuwächst.
Una Nationalpark
BOSNIEN-HERZEGOWINA
Martin Brod
44.487°, 16.143°
An der Mündung der Unac in die Una gelegen, gilt Martin Brod als eines der schönsten Dörfer Bosnien Herzegowinas. Hier findet man einen der größten Wasserfallkomplexe des Nationalparks, dessen Arme teilweise direkt durch das Dorf verlaufen. Eine echte Attraktion ist aber die Bučnica – eine mehrere Jahrhunderte alte Waschmaschine, die ausschließlich mit der Kraft des Wassers betrieben wird.
Štrbacki buk
44.487°, 16.143°
Nur wenige Kilometer weiter flussabwärts trifft man auf den mit 24,5 Metern höchsten Wasserfall der Una. An dieser Stelle bildt die Una die natürliche Grenze zwischen Bosnien und Kroatien.
Früher gab es hier zahlreiche Mühlen des prähistorischen Stammes der Japoden, doch davon ist leider nichts mehr erhalten. Stattdessen tummeln sich hier eine große Zahl von Touristen auf den hölzernen Pfaden und Aussichtsplattfomen – und die sich unterhalb des Wasserfalls direkt anschließenden Stromschnellen eignen sich perfekt für Raftingtouren.
Ostrožac
44.905°, 15.937°
Reichen die Ursprünge der Burg auch bis ins 13. Jahrhundert zurück, so sieht man heute eher den zwischen 1900 und 1906 erfolgten grundlegenden Umbau des Bürgermeisters von Bihać. Anlass war der Geburtstag seiner Frau, ein Mitglied der Habsburger-Familie.
Obwohl das Gelände heute für Konzerte und sonstige kulturelle Veranstaltungen genutzt wird, wirkt die Burg spürbar verfallen, da die nötigen Restaurationsarbeiten nur sehr schleppend voran kommen und sich auf das Dringlichste beschränken.
Was man nicht unerwähnt lassen sollte sind die bosnischen Straßenverhältnisse – wie z.B. fehlende Gullideckel oder sporadisch gesicherte Baustellen, die auf dem Hinweg zwei Stunden zuvor definitiv noch nicht da waren …
Darüber hinaus trifft man traurigerweise auch weiterhin noch oft auf Minenwarnungen, gefährliche Überbleibsel des Bosnienkrieges.
Post Scriptum
#blondefrombehind | #blondinevonhinten



































