roadtrip
ÄUSSERE
HEBRIDEN
Haggis auf Harris
Schottland
Wetter
Roadtrip
Oktober 2026
Isle of Lewis & Harris
(Äußere Hebriden, Schottland)
Schottland 2026/2nd Flush … im Gegensatz zum sonnenverwöhnten Edinburgh im März ging es dieses Mal aber nach ganz weit draußen, fehlten mir die Äußeren Hebriden doch noch im Bildarchiv.
Und was taugen Schottlandfotos ohne Regen, auch wenn man bei dem Wetter eigentlich kein Schaf vor die Tür schickt … aber dazu später mehr.
„Sonne und Kunst beleuchten am schönsten das Ferne.“
JOHANN JAKOB MOHR
Flug Hannover-Frankfurt-Edinburgh, Mietwagen abholen und zügig durch die Cairngorns Richtung Norden … der Weg ist lang, die Zeit ist knapp, und so rauscht vieles leider nur verschwommen am Fenster vorbei. Aber das eigentliche Ziel ist die weit westlich des schottischen Festlands gelegene Hebrideninsel „Isle of Lewis & Harris“.
Culloden MUIR
Historischer Exkurs – Das Ende der schottischen Clans (1746)
57.489° N, 4.135° W
Trotz des engen Zeitplans gibt es auch auf dem Weg Orte, an denen man nicht einfach so vorbei fahren darf. So ist das Schlachtfeld bei Culloden einer der wichtigsten Orte der schottischen Geschichte. Am 16. April 1746 standen sich hier die aufständischen Jakobiten unter Bonnie Prince Charlie und britische Regierungstruppen unter dem Duke of Cumberland gegenüber. Durch schlechte Verpflegung, Übermüdung und gravierende strategische Fehler gab es eine folgenschwere Niederlage der Jakobiten. Dies war der letzte Versuch der Stuarts, den britischen Thron zu beanspruchen.
Aufgrund des fehlenden Schutzes durch die Clans konnten nun viele Highland-Bewohner im Zuge der Highland Clearances zwangsumgesiedelt oder zur Auswanderung gedrängt werden, um Fläche für lukrative Schafzucht zu schaffen.
Balnuaran of Clava
Hügelgräber und Steinkreise
57.474° N, 4.072° W
Ganz in der Nähe des Culloden Field findet man eine ca. 4.000 Jahre alte endneolithische Megalitanlage, mit drei größeren Steinhügeln (sogenannten Clava Cairns), die historisch als Grabstätte dienten … literarisch als Vorlage für den Steinkreis im „Outlander“-Epos.
„Das Wetter ist hier –
ich wünschte, Du wärst wundervoll.“
TEXT EINER URLAUBSKARTE
Isle of Lewis
Eilean Leòdhais
„die lange Insel“
STORNOWAY :: 58° 13′ N, 6° 23′ W
Lewis bildet den nördlichen, flachen Teil der Doppelinsel Lewis & Harris.
In der Hauptstadt Stornoway leben ungefähr 8.000 Menschen – auf Lewis ca. 3/4 der Gesamtbevölkerung der Äußeren Hebriden.
Die Bevölkerungsdichte liegt bei ca. 9 Einwohnern pro km², womit die Inselgruppe zu den am dünnsten besiedelten Gebieten Europas zählt.
Eine spärlich besiedelte, flache und weitläufige Torfmoorlandschaft prägt das Bild der nördlichen Inselhälfte.
The Shieling (Replik)
In solchen traditionellen einräumigen, meist fensterlosen Sommerhütten aus Stein und Torf lebten Kleinbauern (Crofter) während der Weidesaison, um nahe bei ihren Tieren zu sein. Eine klamme Schlafstätte und die kleine Feuerstelle boten nur den nötigsten Schutz vor Regen und Kälte, geschweige denn Komfort.
Arnol Blackhouse
58.344°N 6.596°W
Das eigentliche strohgedeckte Hebriden-Schwarzhaus war leider hinter einem Baugerüst verborgen und nicht zugänglich – so blieb zur Besichtigung nur die gegenüberliegende Ruine eines zweiten Hauses. Hier lebten die Menschen gemeinsam mit ihren Tieren unter einem Dach – bei einem ständig brennenden Torffeuer. Im Haupthaus sogar bis 1965!
Norse Mill Siabost
Über einen Trampelpfad gelangt man in ein idyllisches Tal wo man auf zwei strohgedeckte Steinbauten stößt, die sich harmonisch in die Landschaft einfügen. Von diesen sogenannten Normannen-Mühlen gab es auf Lewis mehr als 200 – einige davon waren bis 1930 in Betrieb.
Das Wasser floss eine Rinne entlang und brachte ein horizontal angelegtes Mühlrad in Bewegung, welches wiederum den oberen von zwei Mühlstein anrieb. In der Steinkuhle im Nachbarhaus (Darre) wurde das Getreide vor dem Mahlen getrocknet – ein unerlässlicher Zwischenschritt, der dem feuchten Klima der Insel geschuldet war.
Na Gearrannan
Blackhouse Village
58.296°N 6.792°W
Hier vermischt sich eine frische Atlantikbrise mit dem Torfrauch der Öfen. Denn dieses historische Schwarzhaus-Dorf, liegt direkt in einer Bucht und zeigt eindrucksvoll, wie die Menschen auf den Hebriden, gelebt haben. Bei aller landschaftlichen Idylle und einem faszinierend romantischen Ambiente, dürfte es kein einfaches Leben gewesen sein. So wurde der Ort zB erst in den 50er Jahren mit Elektrizität versorgt und somit entstand hier der traditionelle Tweed noch mit beinbetriebenen Webstühlen. Bewohnt war der Ort tatsächlich bis ins Jahr 1974.
Heute verfügt das Dorf über ein Museum mit Laden sowie ein kleines Café und einzelne Häuser können sogar für Übernachtungen gebucht werden.
Eine gute Vorstellung vom Dorf erhält man im Film THE ROAD DANCE, der hier gedreht wurde.
Bostadh
Iron Age House
58.257°N 6.881°W
1992 wurde hier durch einen schweren Sturm eine Siedlung aus der späten Eisenzeit (ca. 800-400 v. Chr.) freigelegt. Vermutlich waren es Kelten, die die ideale Lage in der geschützten Bucht erkannten, denn hier gab es Trinkwasser in Form eines Baches und hinter dem flachen Strand direkt die fischreichen Gewässer des Atlantik.
Callanish standing stones
Caldragh Idols
[Callanish #1]
58.198° N 6.745° W
Die aus 13 Monolithen bestehende CALDRAGH IDOLS (Callanish #1) sind wahrscheinlich die berühmteste Sehenswürdigkeit der Äußeren Hebriden. Aus der Luft betrachtet bilden Sie ein Kreuz in nord-südlicher Ausrichtung. Den Kreuzpunkt bildet ein ovaler Steinkreis mit einem zentralen Monolithen und einer in exakt ost-westlicher Richtung verlaufenden Symmetrieachse. Man schätzt ihr Alter auf ca. 5.000 Jahre – somit älter als Stonehenge. Es wird vermutet, dass es auf der Isle of Lewis & Harris über 20 Steinsetzungen gibt, von denen 12 bisher ausgegraben wurden.
Cnoc Ceann a’Ghàrraidh
[Callanish #2]
58.194° N 6.729° W
In Sichtnähe zu Callendish #1 befindet sich ein deutlich kleinerer Steinkreis aus ursprünglich 9 Steinen, von denen heute noch 5 stehen. 1858 wurden diese durch das Abtragen von Torf freigelegt. Aufgrund des Fundes von Holzkohlenresten und Muscheln in Vertiefungen im Inneren des Kreises, vermutet man, dass hier rituelle Verbrennungen stattfanden.
Tursachan | Cleitir
[Callanish #8]
58.206° N 6.829° W
Eine weitere Monolithengruppe steht auf einer Klippe übder dem Kanal, der die Halbinsel Great Bernera von der Hauptinsel Lewis trennt.
Man geht davon aus, dass alle Steinformationen zusammen zu einer größeren Zeremonien-Landschaft gehörten und ursprünglich keiner der Steinkreise für sich allein stehen sollte.
Uig chessmen
Das Schachspiel gelang mit den Wikingern aus dem arabischen Raum nach Europa. So entstanden im 12. Jahrhundert diese aus Elfenbein von Walrossen gefertigten Schachfiguren wahrscheinlich in Norwegen. Da die Äußeren Hebriden zu dieser Zeit zum norwegischen Reich gehörten, wird vermutet, dass sie von einem norwegischen Händler auf der Isle of Lewis versteckt wurden, wo man 1831 78 Exemplare entdeckte.
Mangersta Sea Stacks
58.15° N 7.11° W
Eine absolut beeindruckende Sammlung von Felsnadeln, die sich direkt aus dem Atlantik erheben. Solche Brandungssäulen entstehen durch massive Wellen, die mit voller Wucht gegen die Felsen schlagen. Da es gerade ordentlich Wind gab, war das Spektakel in voller Pracht zu bewundern. Der rutschige Pfad, direkt an der ungesicherten Steilküste bot zusätzlichen Nervenkitzel.
Isle of Harris
Eilean na Hearadh
TARBERT :: 57° 54′ N, 6° 48′ W
Harris bildet den südlichen, bergigeren Teil der Doppelinsel Lewis & Harris.
Berühmt ist Harris insbesondere für seinen HARRIS TWEED – und nur der auf den Äußeren Hebriden handgewebte Tweed darf sich so nennen. Was ich mich allerdings ernsthaft frage, ist, wie der dicke Wollstoff nach einem Hebriden-Regentag wieder trocken wird … meine Wachsjacke war jedenfalls komplett durch. Und ich saß dabei noch die meiste Zeit im Auto und hab durch’s geschlossene Fenster fotografiert.

Schafe, Schafe, Schafe, Schafe, Schafe, Schafe, Schafe, Schafe, Schafe, Schafe, Schafe, Schafe, Schafe, Schafe, Schafe, Schafe, Schafe, Schafe, Schafe, Schafe, Schafe, Schafe …
ständig stehen, liegen, laufen Schafe auf der Straße herum.
Keine Tankstelle weit und breit, geschweige denn ein Supermarkt – aber frischen, heißen Cappuccino mit Hafermilch gibt’s direkt am Straßenrand. Irgendwo im Nirgendwo.
Und jetzt schnell zum Strand – die Sonne scheint!
Luskentyre Beach
57.89°N 6.96°W
Die Küsten der Äußeren Hebriden bieten weitläufige weiße Sandstrände, deren Wasser in intensiven Türkis-und Blautönen leuchten. Luskentyre Beach ist einer der größten und schönsten und wurde sogar zum besten Strand Großbritanniens gewählt. Leider erreicht das Atlantikwasser selbst im Hochsommer kaum eine Temperatur über 14°C – so bemerkt man spätestens beim Hineinspringen, dass man sich doch nicht in der Karibik befindet.
Abhainn Dearg Distillery
Abhainn Dearg ist mit 20.000 Litern Produktionsvolumen eine sehr kleine Distillery.
2008 gegründet, konnte 2011 die erste Abfüllung präsentiert werden.
Isle of Harris distillery
Auch die Whisky-Brennerei in Tarbert ist noch sehr jung. 2015 gegründet wird dort neben Whisky auch Gin hergestellt. In erster Linie war das Bestreben, Arbeitsplätze zu schaffen, damit jüngere Bewohner nicht gezwungen sind, die Insel zu verlassen. Mit ca. 50 Mitarbeitern werden jährlich 400.000 Liter produziert und in wiederverwertbaren Falschen abgefüllt.
Tarbert – Uig (Isle of Skye)
Mit der Fähre geht es zurück Richtung Festland.
Zielhafen ist Uig auf der Isle of Skye.
Isle of Skye
Eigentlich war der Plan auch auf Skye noch ein paar Fotostopps einzulegen, aber ein Erdrutsch, der die Strecke komplett blockierte, machte uns einen Strich durch die Rechnung. Nach der Weite und Ruhe der Isle of Lewis & Harris überrollte uns hier aber eh sofort das Gefühl von Betriebsamkeit und viel zu vielen Menschen … also ging es auf direktem Weg weiter Richtung Edinburgh. Was aber natürlich nicht gleichbedeutend damit ist, dass es auf dem Weg nicht doch noch lohnenswerte Ausblicke festzuhalten gäbe.
eilean donan castle
Da gerade das Highlander-Remake gedreht wird und der Weg sowieso dran vorbei führte war dieser Stopp inklusive der klassischen Perspektiven obligatorisch … man muss ja auch die Pausenzeiten einhalten, was der Mietwagen auf der gesamten Tour beinahe minütlich konsequent einforderte.
Highlands
Glencoe & Glen Etive
Die finalen Kilometer führen uns wieder einmal durch das Glencoe – natürlich begleitet vom allerbesten Schottland-Wetter.

Kulinarischer Tagesablauf
Breakfast
Egg Benedict
Stornoway Black Pudding
Lunch
Fish & Chips
Wrap
Teatime
Scones
with clotted cream & jam
Dinner
Haggis
with Neeps & Tatties
Abschluss
Hebridian
Scotch Whisky
Meine Theorie ist,
dass die gesamte schottische Küche
auf einer Mutprobe basiert.
MIKE MYERS


















































































