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EDINBURGH
Between Castle and Palace
Scotland
Citytravel
Locations
Stadt-Führung
märz 2026
Edinburgh Castle – Royal Mile – Old Town –
New Town – Holyrood Palace – Arthur’s Seat
Mal weg vom TV…
und hin zu den echten Drehorten. Edinburgh und Umgebung bieten die perfekte Kulisse für so manche Serie oder Kinofilm. Und das ist definitv nicht der einzige Grund für einen Besuch.
Aber zunächst meinte Deutschland uns mit schottischem Wetter verabschieden zu müssen und sofort stellte sich die Frage, ob der März nun wirklich die richtige Reisezeit für den Zielort sei.
E•din•brah
55° 57′ N, 3° 11′ W
Seit dem 15. Jhrd. Hauptstadt Schottlands
525.000 Einwohner – also ziemlich genau so groß wie Hannover
Aber Edinburgh ist der Traum eines verrückten Gottes.
OSCAR WILDE
Dies ist eine Stadt des wechselnden Lichts, des sich wandelnden Himmels, der unerwarteten Ausblicke. Eine Stadt, die so schön ist, dass sie einem immer wieder das Herz bricht.
ALEXANDER McCALL SMITH
Die „Auld Reekie“ (Alte Verräucherte) – auch „Athen des Nordens“ (Theodor Fontane) oder „My own romantic town“ (Sir Walter Scott) genannt – schmiegt sich in eine Landschaft aus Felsen, Senken und Hügeln. Diese geologischen Bedingungen führten zu Besonderheiten in der Stadtentwicklung. So teilt sich EDINBURGH in die mittelalterliche OLD TOWN mit seinen rauchgeschwärzten Sandsteinfassaden und die elegante georgianische NEW TOWN. Die beiden Stadtteile sind durch eine ehemals sumpfige Senke getrennt, den heutigen PRINCE STREET GARDENS. Reist man mit dem Zug an, rollt man genau durch diese Senke zur tief im Stadtzentrum gelegenen WAVERLEY STATION.
Bllick über die Prince Street Gardens auf die National Gallery Richtung Old Town und Edinburgh Castle. Die Bahngleise verlaufen hier noch unterhalb des Parks.
Durch die eingeschränkte Baufläche entstanden in der heutigen Altstadt bereits sehr früh Häuser mit bis zu 15 Stockwerken Höhe. Als es spätestens im 18. Jhrd. unerträglich eng wurde, begann die Planung eines neuen Stadtteils.
1766 gewann der zu diesem Zeitpunkt erst 27 jährige angehende Architekt James Craig den ausgerufenen Gestaltungswettbewerb mit seinem Entwurf für ein Rastermuster – auf der historischen Karte als Gegenpol zur eher einem Fischgrätmuster gleichenden Old Town gut zu erkennen.
EDINBURGH um 1771 – published in „A Collection of Plans of the Capital Cities of Europe“ by John Andrews. Reproduziert mit Genehmigung der National Library of Scotland (Quellenlink)
Dean Village
Aber beginnen wir etwas westlich der eigentlichen Stadt – im ehemals eigenständigen DEAN VILLAGE. Im 12. Jhd. als Mühlensiedlung gegründet, war es lange von zentraler Bedeutung für Edinburghs Wirtschaft. 1824 vernichtete ein Feuer zahlreiche Gebäude, Mühlen und Lagerhäuser, wodurch die industrielle Bedeutung verloren ging. Beim anschließenden Wiederaufbau wandelte sich der Stadtteil in eine idyllische und ruhige Wohngegend, welche sich bis heute durch seine pittoresken Steinhäuser auszeichnet … und ausgerechnet im berühmtesten davon (zumindest nach Anzahl der Instagram-Posts) lag unsere Unterkunft, direkt am „Water of Leith“.
Caisteal Dhùn Èideann
Das Edinburgh Castle hatte im Laufe seiner Geschichte die unterschiedlichsten Funktionen. Dazu gehörten: königliche Residenz, Militärgarnision, Arsenal, Schatzkammer, Münzprägeanstalt, Gefängnis und Aufbewahrungsort der schottischen Kronjuwelen.
Es überstand 26 Belagerungen und gilt somit als „der am häufigsten belagerte Ort Großbritanniens und einer der am häufigsten angegriffenen Orte der Welt“. Der Verteidigungsvorteil der erhöhten Lage (130 m ü.M.) ist offensichtlich, dummerweise führte aber der nur 34 m tiefe Brunnen häufiger zu Versorgungsengpässen.
ROYAL MILE
Flaniert man über die sehr belebte ROYAL MILE, die sich vom Edinburgh Castle aus schnurgerade dem Kamm eines Bergrückens hinab bis zum Holyrood Palace zieht, fällt einem schon von weitem die imposante St. Giles Cathedral ins Auge – die Hauptkirche der Church of Scotland.
Auf der gesamten Meile trifft man alle paar Schritte auf eine der insgesamt 80 abzweigenden engen Gassen (sogenannte „Closes“). Diese waren oft entsprechend der dort angesiedelten Gewerke benannt (z.B. „Advocat’s Close“ oder „Fleshmarket Close“). Manche davon führen sogar unter die heute sichtbare Stadt.
Diese unterirdische „Stadt“ entstand 1753 dadurch, dass man die oberen Etagen von vier Closes abriss, auf die verbliebenen unteren Etagen ein zur Royal Mile ebenerdiges Fundament setzte und darauf das neoklassizistische Börsen-Gebäude der Royal Exchange errichtete. Kaum vorstellbar, wie Menschen (samt Nutztieren!) in diesen Gassen annähernd ohne Frischluftzufuhr und sanitäre Anlagen bis ins Jahr 1902 leben konnten.
Zu meinem großen Bedauern herrschte in der unterirdischen Mary’s King Close Fotoverbot … aber auf YouTube gibt es ausreichend Videos (LINK)
OLD TOWN
Hier hat man durchweg das Gefühl, eine andere Zeit betreten zu haben, denn dem ältesten Teil Edinburghs blieb sein mittelalterlicher Straßenplan weitestgehend erhalten und auch moderne Gebäude sucht man annähernd vergeblich. Die gesamte Old Town besteht aus graubraunen Sandstein-Bauten, oft mit bunt bemalten Holz-Fassaden, hinter denen sich viele kleine, oft auch skurrile Läden und vor allem urige Pubs finden lassen.
STEPS
Für Edinburgh braucht man Kondition. Da die historische Altstadt auf einem felsigen Kamm erbaut wurde mussten immer wieder Höhenunterschiede überwunden werden. Das führte zu einer unzähligen Menge an Stufen … ein El Dorado für den TREPPENFINDER.
VINTAGE
Und was passt besser zu einer solchen Stadt als Vintage-Läden? Egal ob alte Bücher oder coole Klamotten – für beides ist die Old Town der richtige Ort.
Writers Museum & Scott Monument
Drei Autoren wird in Form des Writers Museum ein besonderes Denkmal gesetzt: Walter Scott, Robert Burns und Robert Louis Stevenson.
Harry Potter
In diesem Café soll J.K.Rowling beim zugegebenermaßen wirklich schönen Blick aus dem Fenster über den Greyfriars Kirkyrad hinaus zum Edinburgh Castle große Teile ihrer Harry Potter Bücher geschrieben haben. Wahrscheinlich bei einem völlig übertrieben süßen und in der Folge ebenso übertrieben teurem Butterbeer.
Greyfriars Kirkyrad
Auch diesem innerstädtischen Friedhof hat Harry Potter zu ungeplantem Ruhm verholfen. Dies geschah durch dreisten „Identitätsdiebstahl“, da sich J.K.Rowling bei ihren Spaziergängen dazu verleiten ließ, ein paar Namen von Grabsteinen direkt auf ihre Romanfiguren zu übertragen. Na, die Betroffenen werden sich gerade bedanken, dass nun unzählige Potter-Fans auf ihren Gräbern herumlaufen … abgesehen davon ist der mitten zwischen Häusern gelegene Friedhof aber auch wirklich schön!
Drehort No.1
Mitten in der Stadt gibt es einige Plätze, die sich aufgrund ihrer Authentizität perfekt als Filmlocations für historische Szenen eignen. Insbesondere die Bakehouse Close wird häufiger genutzt – zB für eine vom nahegelegenen Tolbooth-Gebäude ausgehende Kamerafahrt in „Frankenstein“ und als Jamie’s Druckerei in 3. Staffel von „Outlander“.
New Town
Via North Bridge gelangt man über die Waverley Station hinweg in die New Town, welche sich gravierend von der Old Town unterscheidet. Streng geometrisch angelegt beherrschen hier breite Straßen, die von großen georgianischen Häusern gesäumt sind, das Stadtbild – und all das wird überragt vom Uhrturm des 1902 eröffneten luxuriösen BALMORAL HOTEL, dessen Uhr konsequent 3 Minuten vor geht – als gutgemeinte Zeitreserve zum Erreichen des Zuges.
Findet man in der Old Town viele Vintage-Läden, so ist man in der NEW TOWN richtig, wenn man eher edlere Boutiquen sucht.
CALTON HILL
Edinburgh wurde auf sieben Hügeln erbaut, von denen die meisten durch die Bebauung nicht mehr als solche erkennbar sind. Dagegen ist der am östlichen Rand der New Town gelegene CALTON HILL als deutlich sichtbare Erhebung erhalten geblieben und ist mit seinen antik anmutenden Monumenten prägend für die Silhouette der Stadt. Von hier hat man besonders zur Abendstunde einen imposanten Blick.
Palace of Holyroodhouse
Der Palast am dem Castle entgegengesetzten Ende der Royal Mile ist die offizielle Residenz des britischen Königs in Schottland, die er traditionell während der „Holyrood Week“ zumindest einmal jährlich für kurze Zeit bewohnt.
Deutlich früher lebte hier auch Maria Stuart bis zu ihrer erzwungenen Abdankung 1567. Ein Jahr zuvor wurde sie Zeugin des Mordes an ihrem Privatsekretär mit dem ihr ein Verhältnis nachgesagt wurde. Er wurde im Zuge eines gemeinsamen Abendessens von ihrem Ehemann Lord Danley überrumpelt und mit 57 Messerstichen getötet. Das Drama manifestiert sich bis heute in einer ins Parkett eingesickerten Blutlache.
Leider gab es auch hier für die Innenräume ein Fotoverbot und mir bleibt für ausführlichere Eindrücke nur der Verweis auf YouTube (LINK)
Holyrood Abbey
Direkt dem Palast angeschlossen ist die Ruine der ehemaligen Abtei – das heißt eigentlich war es ursprünglich anders herum. Der spätere Palast war zunächst lediglich ein der Abtei angrenzender Kreuzgang samt Gästehaus und wurde erst später deutlich repräsentativer ausgebaut.
Nach einem Besuch im Jahr 1829 dienten die Ruinen dem Komponisten Felix Mendelssohn als Inspiration zu seiner Schottischen Symphonie.
Arthur’s Seat
Welche Stadt kann von sich behaupten, dass sie über einen eigenen Berg verfügt? Denn dreht man dem Palast und der Stadt den Rücken zu steht man bereits nach wenigen Schritten mitten in der Natur – und nach ca 250 hm hat man einen stürmischen Blick über die Stadt bis hin zum Firth od Forth, Edinburghs direktem Anschluss ans Meer.
Schon in Edinburgh selbst fiel es auf, wie stark der Wind hier durch die Straßen weht. Trotz des jederzeit zu erwartenden Regens wird daher sogar von der Verwendung von Regenschirmen abgeraten, denn diese halten in der Regel nicht lang … aber der Sturm, der auf dem Arthur’s Seat weht, hat nochmal ein anderes Kaliber.
OUTLAND
zu den drehorten von
Outlander – Game of Thrones – Harry Potter – Monty Python – James Bond – Frankenstein
raus aus der Stadt
So schön Edinburgh auch ist und so vieles es gibt, was noch ungesehen und vor allem unfotografiert geblieben ist … Schottland ohne einen Besuch in den Highlands ist wie Guinness ohne Schaumkrone.
Es gibt viele Anbieter für die klassischen Touristentouren im Reisebus. 12 Stunden-Rundreise mit 15-minütigen Fotostopps – ich habe das immer belächelt, aber die Alternative wäre Linksverkehr im Mietwagen gewesen …
Und dann war die Tour in die Highlands auch noch eine totale Notlösung, da uns ein anderer Anbieter von Tag zu Tag vertröstete. So stiegen wir eher genervt ein … und es entwickelte sich zum absoluten Glücksfall.
Unser Guide Keith von steward.tours hat einfach richtig Spaß an dem was er da tut. Er liebt und lebt Schottland total und hat uns den wohl schönsten Tag der gesamten Reise beschert, inklusive passendem Soundtrack (Beluga Lagoon, The Glen). Also höchste Empfehlung und herzlichsten Dank!
PS :: der Großteil der folgenden Fotos entstand dann erwartungsgemäß bei voller Fahrt … inklusive Spiegelungen vor schneebedeckten Bergen.
Glencoe
Das Glencoe gilt als das Herz der schottischen Highlands. Gewaltige Natur und dramatische Wetterwechsel bieten schon von sich aus ein cineastische Szenerie. Kein Wunder, dass das auch in Hollywood nicht unbemerkt blieb.
Diverse Locations wurden für die Harry Potter Filme genutzt – unter anderem für „Hagrid’s Hut“ aus „Harry Potter und der Gefangene von Azkaban“.
Und besonders legendär ist die Filmszene aus „Skyfall“, in der James Bond stilvoll im Aston Martin durch das Glencoe fährt, im Glen Etive anhält und über die Landschaft blickt.
Loch Ness
Dieser Teil dient lediglich der Vollständigkeit :: inzwischen war ich mehrfach am Loch Ness und noch nie hat es mich gepackt geschweige denn fasziniert. Auch die Bootstour ab Fort Augustus hätte man sich komplett sparen können, führt diese nämlich nicht einmal in Sichtnähe der möglicherweise lohnenden Burgruine … aber nicht jammern. Wetter, Fish & Chips und Plakat-Design waren top.
Deutlich spannender war das schottisches „Wildlife“.
busTour#2 – outlander drehorte
Midhope Castle
Als LALLYBROCH (Broch Tuarach) stellt das Midhope Castle in der Serie OUTLANDER den Familiensitz der Frazers dar. War das Tower House vor Kurzem noch eine Ruine, konnten durch den Drehort-Tourismus inzwischen erste Sanierungsarbeiten finanziert werden – die Autorin der Saga, Diana Gabaldon, hat dafür zwischenzeitlich tatsächlich eine Auszeichnung des schottischen Tourismusverbands erhalten.
Doune Castle
Dieses Schloss musste schon häufiger für Dreharbeiten herhalten – und das bereits seit Jahrzehnten. Es startete mit den „Rittern der Kokosnuss“ von MONTHY PYTHON, in GAME OF THRONES fand hier „Winterfell“ eine Heimat und für OUTLANDER wurde es zur Burg „Leoch“.
Linlithgow Palace
Heute als Kulisse für das „Wenworth Prison“ in OUTLANDER bekannt, ist Linlithgow Palace als Geburtsstätte Maria Stuarts (1542) historisch betrachtet deutlich bedeutsamer.
blackness Castle
Auf einer geschwungenen Single-Track-Road nähert man sich der idyllisch auf einer felsigen Landzunge stehenden Burg. Aus der Luft betrachtet, bildet seine Befestigungsmauer die Form eines Schiffes nach, was zu ihrem Beinamen „das Schiff, das niemals segelte“ führte.
In der Serie OUTLANDER liefert sie den filmischen Platzhalter für Fort William, der Ort an dem Jamie Frazer gnadenlos von Black Jack Randall ausgepeitscht wird – eine der Schlüsselszenen, zu deren düsterer Stimmung der Drehort seinen Teil unmissverständlich beiträgt.
CULROSS
Auch der letzte Halt unserer Tour zeigt uns einen OUTLANDER prägenden Drehort. Kopfsteingepflasterte Gassen und weiß gekalkte Häuser bilden die authentische Kulisse für das Dorf „Cranesmuir“ und werfen einen direkt um 200 Jahre zurück. Schon 1971 gab es hier erste Dreharbeiten zu „Kidnapped“ mit Michael Caine, später zur Neuverfilmung des Hitchcock-Klassiker „Die 39 Stufen“ und sogar für einen Bolywood-Film namens „Ho Gaya Na“.
Touren-fazit
Gebuchte Touren im Reisebus sind einerseits gut, um sich bequem einen groben Einblick zeigen zu lassen. Mit dem richtigen Fahrer können sie auch extrem viel Spaß machen!
Für mich als Fotografen ist es andererseits eine extreme Herausforderung :: kurze Stopps in denen alle das gleiche Foto machen und sich gegenseitig im Bild herum stehen. Darüber hinaus bleibt absolut keine Zeit, die Umgebung zu erkunden, um neue spannende Perspektiven zu finden, schon gar nicht wenn diese mit einem längeren Fußweg verbunden sind. Aber fairerweise muss man sich eingestehen, dass solche Touren dafür auch nicht gedacht sind. Schön war es dennoch!
Und abschließend nochmal für etwas Kultur zurück in die Stadt
NAtional Gallery
In Edinburgh ist der Eintritt in National Gallery und Nationalmuseum grundsätzlich kostenfrei. Das bedeutet, dass hier jeder die Chance auf kulturelle Bildung bekommt – unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten. Toll!
Nationalmuseum
Es erwartet einen ein unerwartet moderner Bau, der sich dennoch harmonisch in das Gesamtbild der Stadt einfügt. Innen betritt man dann eine wiederum im kompletten Widerspruch zur äußeren Hülle stehende lichtdurchflutete Halle.
Zu sehen gibt es ein großes Portfolio, von Technik und Erfindungen, über Naturkunde bis zur Entwicklung der Mode – und das meiste davon zum Anfassen.
Kulinarischer Tagesablauf
Post Scriptum
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